Familienorientierte Gemeindepolitik
Kommunaler Familienpolitik kommt eine besondere Bedeutung für die zukünftige regionale und örtliche Entwicklung zu und stellt einen wichtigen Standortsfaktor dar. Zielsetzung ist die Schaffung einer Infrastruktur, die Familien bei der Erfüllung ihrer familienbezogenen Aufgaben stärkt und die Vereinbarkeit zwischen familiären und beruflichen Verpflichtungen erleichtert. Dadurch wird die Wettbewerbs- bzw. Zukunftsfähigkeit einer Region und Gemeinde gestärkt.
Die mangelnde Balance von Berufs- und Familienleben führt zu einer Vielzahl von Problemlagen, welche nicht nur die Betroffenen - also erwerbstätige Menschen mit Betreuungspflichten betreffen, sondern auch Auswirkungen auf Betriebe, die Gesamtwirtschaft und auf die sozialen Sicherungssysteme eines Staates haben.
Es gibt zahlreiche Studien
die aufzeigen, dass Verbesserungen in der Vereinbarkeit von Beruf und
Familie auf regionaler Ebene, positive Auswirkungen auf alle AkteurInnen
haben: Auf die Wettbewerbsfähigkeit einer Region, die vorhandenen
Betriebe und auf jede/n Einzelne/n. Es stärkt außerdem die
Frauenerwerbstätigkeit - und führt zu mehr Geschlechtergerechtigkeit.
Die skandinavischen Länder haben diesbezüglich in Europa schon seit
längerer Zeit eine Vorbildfunktion eingenommen.
Maßnahmen auf lokaler/regionale Ebene
Die unmittelbaren Lebens- und Arbeitsbedingungen von Familien werden
im lokalen und betrieblichen Umfeld bestimmt. Daher müssen auf diesen
beiden Ebenen Maßnahmen gesetzt werden, um die Vereinbarkeit von Beruf
und Familie zu erleichtern. (siehe auch familienfreundliche Personalpolitik...)
Vorteile für Regionen und Kommunen
Maßnahmen auf regionaler und kommunaler Ebene bringen eine Vielzahl an Vorteilen:
- Unterstützung der Bestandsentwicklung regionaler Unternehmen
- Verbesserung der Bedingungen für Unternehmensgründungen
- Erhöhung der Standortattraktivtät für Ansiedlungen durch Profilierung der Region im Standortwettbewerb
- Sicherung der Innovationsdynamik und Wettbewerbsfähigkeit einer Region
- Vorteile bei der Bewältigung des Strukturwandels (Tertiärisierung der Wirtschaftsstruktur)
- Nachhaltige Sicherung der Kaufkraft durch günstigere Bevölkerungsentwicklung
- Sicherung kommunaler Steuereinnahmen
- Erhöhte Chancengleichheit von Frauen und Männern
Familienpolitik als Querschnittspolitik
In
den meisten Handlungsfeldern der Regional- und Kommunalpolitik werden
Entscheidungen getroffen, die die Handlungsfähigkeit der Familien
unmittelbar berühren. Beispiele wären Bebauungspläne für den
Wohnungsbau, Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen, Maßnahmen zur
Verkehrsberuhigung, Gebührenregelungen, Betriebsansiedlungen,
Öffnungszeiten etc.. All diese Entscheidungen bestimmen die
Lebensbedingungen für Familien auf örtlicher Ebene.
Örtliche und regionale Familienpolitik muss deshalb als eigenständiger Ansatz in der Kommunalpolitik positioniert werden. Sie muss aber auch als Querschnittsthema gesehen werden, welche in alle wichtigen Handlungsfelder einer lokalen und regionalen Politik miteinfließt.
Unterstützende Initiativen und Informationen auf kommunaler Ebene
- Projekt "WIR.K.UN.G. - Wirtschaft, Kinder und Gemeinden"
Das ZUKUNFTSZENTRUM TIROL hat das Gemeinwesenprojekt "WIR.K.UN.G. - Wirtschaft, Kinder und Gemeinden" entwickelt. Ziel des Projektes ist die gezielte Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Steigerung der Familienfreundlichkeit in Gemeinden Tirols. Eine nachhaltige Verbesserung der lokalen Situation durch Nutzung vorhandener Synergien und Einbezug der Bedürfnisse aller - EinwohnerInnen, örtliche Betriebe, Politik, lokale Vereine, Interessensvertretungen, Betreuungseinrichtungen etc., ist der Kern des Projektes. (mehr Infos dazu...)
- Handbuch regionale Familienpolitik, Land Oberösterreich
Das Familienreferat des Landes Oberösterreich hat das Handbuch "Regionale Familienpolitik" entwickelt. Das Handbuch bietet Informationen und Grundlagen rund um das Thema regionale Familienpolitik. Außerdem beinhaltet es eine Reihe an Anregungen und Arbeitshilfen für eine familienorientierte Politik auf kommunaler Ebene. (mehr Infos dazu...)
Weitere Infos über innovative Gemeindeprojekte und -initiativen im In- und Ausland finden Sie hier

