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Valerie Musack

Valerie ist 32 Jahre alt, gelernte Kochlehrerin und Politikerin. Sie hat drei Töchter (12, 6 und 4 Jahre alt) und betreut ihren 82-jährigen Großvater. Vormittags arbeitet sie geringfügig bei ihrem Vater mit und unterstützt außerdem ihren Mann in der Zahnarztpraxis. Hier erzählt sie, wer ihr bei der Betreuung ihrer drei Kinder hilft und welche Unterstützung sie sich wünschen würde.


MUSSACK 1Interviewerin: Kannst du mir etwas über deine berufliche Ausbildung erzählen?
Valerie: Ich bin HBLA in Innsbruck gegangen. Als ich dann schwanger war, wollte ich den schnellsten Weg nehmen, um Lehrerin zu werden - und das war damals die Kochlehrerinnenausbildung. Als Kochlehrerin habe ich später auch vier Jahre gearbeitet. Nach dem ersten Lebensjahr meiner Tochter haben sich mein Freund und ich getrennt. Ich habe dann Pädagogik studiert und Freunde besucht und gearbeitet - und einfach viel geschafft. Und dann war mir fad und ich hab überlegt, was ich tun will. Dann waren Gemeinderatswahlen und ich habe eine Frauenliste gegründet, mit genau den Schlagworten, die bei uns ein Problem sind: Es gibt einfach zu wenig Möglichkeiten, sich als Frau auszutauschen und sich untereinander zu vernetzen und vor allem fehlt es an Betreuungsplätzen für 2- bis 4-Jährige. Ja, wir haben dann zwei Mandate gemacht und uns sehr gefreut. Es gab auch keinen einzigen richtigen Spielplatz! Den haben wir jetzt, das ist auch mein Werk (lacht).

Bist du bei deinen drei Kindern in Karenz gegangen, beziehungsweise wie hat sich in den ersten Jahren die Betreuung gestaltet?
Vor allem bei meiner Ersten war meine Oma eine Unterstützung, also ohne Oma, keine Chance. Vor allem, weil ich damals einen Mann gehabt habe, der wenig Verständnis gehabt hat. Bei meiner zweiten Tochter war ich in Karenz und bei der kleinsten auch. Ich habe aber immer jemanden gebraucht, der mir hilft, weil ich eben nicht nur Mama sein wollte. Ich wollte einfach auch etwas für mich tun, war immer so eine Rabenmutter unter Anführungszeichen. Mein jetziger Mann ist dann bei der Zweiten ein Jahr in Karenz gegangen und bei der Dritten auch noch einmal ein halbes Jahr.

Das heißt, deine Entscheidung für Kinder war nicht abhängig von deinen Lebensumständen?
Nicht wirklich. Ich habe gewusst, ich muss Kinder haben, das gehört zu meinem Leben dazu. Aber man muss trotzdem selber auch noch zufrieden sein.

In den Babypausen hast du immer bei deinem Vater gearbeitet?
Also, ich habe den großen Vorteil, dass ich einen Arbeitgeber habe, bei dem ich flexibel bleiben kann, also nicht so an Zeiten gebunden bin, wie viele – das ist sicher schwierig!

Und wie war für dich jeweils der Umstieg in die Babybetreuung?
Am Anfang ist das immer irrsinnig fein, wenn man sich nur um dieses kleine Baby kümmern muss. Schlimm ist dann nur, wenn man immer die selben Leute trifft, nämlich Frauen, die auch einen Kinderwagen vor sich herschieben. Und dann merke ich immer, dass ich auch noch etwas anderes machen will.

Hat dich dein Mann unterstützt?
Mein Mann war ja noch Student und daher sowieso viel bei den Kindern. Und er war immer der Papi, der auch wickelt und alles übernimmt. Krass war eher der Wechsel, wie er sich selbständig gemacht hat. Da war er dann klarerweise nicht mehr so viel da. Jetzt habe ich halt die Hauptverantwortung, eh klar, aber ich habe mich schon mal beklagt, dass er mit der Mittleren noch nie Hausaufgaben gemacht hat. Aber dafür lernt er jetzt mit der Großen Latein, das ist fein, er ist da eindeutig besser (lacht).

Hast du eine Vorstellung von deiner beruflichen Zukunft?
Nicht wirklich. Das Politische gefällt mir schon sehr gut, da ist eben die Frage, wie es weiter läuft. Aber über ein viertes Kind reden wir schon.

Wie löst ihr denn jetzt die Kinderbetreuung? Du hilfst deinem Mann, arbeitest bei deinem Vater, wie geht das alles zusammen?
Ich habe mittlerweile eine Babysitterin, eine arbeitslose Lehrerin, die mit den Kindern viel unternimmt. Aber es stimmt schon: Die Kinderbetreuung, gerade für 2- bis 4-Jährige, ist ein Problem. Vor allem die Öffnungszeiten, speziell auf dem Land. Aber ich merke schon vermehrt das Interesse, dass sich da etwas ändert!

Hast du eigentlich mit Vorurteilen kämpfen müssen?
Ja, absolut – wie ich kandidiert habe. Ist sie denn nicht zufrieden? Drei Kinder und was will sie denn noch?

MUSSACK 2

Du hast ja auch noch deinen Opa zu betreuen.
Er ist 82 und etwas schwach auf den Beinen, er merkt sich nicht, was die Ärzte ihm sagen. Und da begleite ich ihn und kümmere mich darum. Einkaufen fahren wir zusammen, ich räume auch auf.

Das war klar, dass du das übernimmst?
Ich bin hauptsächlich bei meinen Großeltern aufgewachsen, habe beim Opa meine Kindheit verbracht und fühle mich einfach verpflichtet, ihn in meiner Familie zu halten, solange es irgendwie geht.

Was erwartest du dir von einer Kinderbetreuung?
Ich möchte eine gute Kinderbetreuung, wo ich sagen kann, wie ich es haben will. Wo ich nicht dankbar sein muss, nicht abhängig bin, wo man einfach zahlt. Aber die Angebote stimmen nicht, weder von den Öffnungszeiten noch von den Plätzen her. Sommerkindergärten wären sicher ein Thema. Das mit den gemeindeübergreifenden Lösungen ist eh schon toll, wenn mehrere Gemeinden zusammen arbeiten, könnte es klappen. Ja, oder die Herbstferien: Gemacht sind die ja für Leute aus dem Gastgewerbe, nur für andere ist das schon schwer.

Was würdest du dir als Unterstützung wünschen?
Eine Putzfrau, eine Büglerin und einfach einen Tag in der Woche, wo mich keiner braucht. Ohne schlechtes Gewissen. Wo ich einfach sagen kann: Der gehört nur mir.